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Lohrbacher BigBand feierte Geburtstag mit musikalischer Strahlkraft

Im Zeichen von Band- und Dorfjubiläum: Die Lohrbacher TBL BigBand konzertierte in der bestens besuchten Odenwaldhalle

Lohrbach. Die TBL BigBand Lohrbach hat Geburtstag, und das Dorf, zu dem sie gehört, hat Geburtstag. 60 Jahre die eine, 1250 das andere. Da liegt es nahe, das eine Fest mit dem anderen zu verquicken. Im Rahmen des Dorfjubiläums fand daher am Samstag ein Konzert der TBL Bigband in der Odenwaldhalle statt.

Im April hatte man bereits im Sattelbacher Bürgerzentrum 60 Jahre des Bestehens gefeiert und - außer musikalischen Leckerbissen - einiges aus der Geschichte des einstigen Tanz- und Blasorchesters zum Besten gegeben. Dieser Abend nun stand mehr noch im Zeichen der Musik. Sogar die Deko an der Hallenwand setzte den Tönen ein floristisches Denkmal: aus Tuba, Horn und Saxophon spross es herbstlich.

Doch auch wenn die Band - in menschliche Lebensphasen übersetzt - mit 60 Jahren allmählich im Seniormodus angekommen ist, so lassen sich damit verbundene Attribute überhaupt nicht anwenden. Im Gegenteil: die TBL Bigband präsentierte sich so quicklebendig, so frisch und flott, ja fetzig, dass man nicht nur darüber staunt, sondern auch darüber, dass handgemachter Bigbandsound dieser Klasse aus einem kleinen Odenwalddorf kommen kann. Tut er nicht ganz, denn Bandmitglieder kommen nicht nur aus den Nachbardörfern, sondern auch aus Mannheim, wie Bandleader Peter Frey verriet und dazu kommentierte: "Wir sind sozusagen international geworden."

Die Neuausrichtung, die er dem Orchester vor rund 15 Jahren verpasst hat, war zugleich eine Verjüngungskur. Und das hat wiederum neue, junge Mitglieder gebracht. Für den Jüngsten, den 20-jährigen Sebastian Knapp (Trompete), war’s der erste Konzertauftritt.

Am anderen Ende des Altersspektrums steht mit 86 Jahren Kurt Frey; nicht nur ist er Gründungsmitglied und daher seit 60 Jahren aktiv, sondern eines von sechs Mitgliedern der Familie Frey, die in den Reihen auf der Bühne musizierten. Kurt Frey sen. (Trompete) wurde dafür beim Festkonzert mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet.

Die Neuausrichtung, die er dem Orchester vor rund 15 Jahren verpasst hat, war zugleich eine Verjüngungskur. Und das hat wiederum neue, junge Mitglieder gebracht. Für den Jüngsten, den 20-jährigen Sebastian Knapp (Trompete), war’s der erste Konzertauftritt. Am anderen Ende des Altersspektrums steht mit 86 Jahren Kurt Frey; nicht nur ist er Gründungsmitglied und daher seit 60 Jahren aktiv, sondern eines von sechs Mitgliedern der Familie Frey, die in den Reihen auf der Bühne musizierten. Kurt Frey sen. (Trompete) wurde dafür beim Festkonzert mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet.

Kurt Frey jun., Bruder des Dirigenten, sitzt an der Posaune, und in den Saxophonreihen sind die Schwestern Renate (Knabel) und Sybille zu finden.

Der sechste Frey heißt mit Vornamen Daniel und ist der Sohn von Peter Frey. Stimmlich einst an der Mosbacher Musikschule gebildet, erweiterte er das musikalische Spektrum des Abends mit vier Gesangssoli. Seine hochklassigen Interpretationen des Michael-Bublé-Hits "It’s a beautiful day" und erst recht seine Version des John-Miles-Klassikers "Music" machten ihren Originalen alle Ehre.

Das weibliche Gegenstück in den Gesangsarrangements war Tamara Kühner. Kraftvoll und souverän ist ihre Stimme, die die leisen Töne beherrscht und sogar überdreht noch gekonnt klingt. Auch sie braucht sich mit Jazz-Nummern von Benny Goodman, Bette Midler oder Billy Joel nicht hinter ihren "Vorsängern" zu verstecken. Und beider Stimmen halten den sie begleitenden Bläsertönen genug Volumen entgegen. Swing meets Kleszmer: Tamara Kühner und Daniel Frey sangen im Duett den Musical-Ohrwurm "Bei mir bist du schön" rockiger, weniger sentimental, als man das oft hört.

Solistische Einlagen lieferten jedoch auch viele Musiker der 23-köpfigen Band, davon drei Frauen. Schlagzeug und Gitarren, Saxophone, Posaunen und Trompeten bekamen beim dreistündigen Konzert immer wieder Gelegenheit zu zeigen, was sie können. Da zählte auch Dirigent Peter Frey (Trompete und Flügelhorn) dazu, der noch darüber hinaus mit seiner sympathisch-lockeren Moderation den Eindruck unterstrich, dass hier quasi eine große Familie musiziert.

Mit Begrüßungs- und Dankesworten bewies der TBL-Vorsitzende Michael Mayer, dass er nicht nur seiner Klarinette Wohlklingendes entlocken kann. Die vielen Zuhörer (die 200 aufgestellten Stühle reichten nicht, so dass noch 40 nachbestuhlt wurden), der viele Applaus - zwischendurch und am Ende stehend - bestätigten der TBL BigBand im 60. Jahr ihres Bestehens, dass Livemusik vom Land alles andere als ländlich ist und Bigbandsound auf dem Land bestens ankommt.

© Rhein Neckar Zeitung, Text & Foto: Ursula Brinkmann - 20. Oktober 2015

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