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Mit Duke Ellington schloss sich der Kreis

Musikalischer Frühling mit Swing und Pep: TBL BigBand präsentierte beim Benefizkonzert einen mitreißenden Musik-Cocktail

Von Pia Geimer

Lohrbach. Ein Riesenprogramm hatten sich die Musiker der TBL BigBand mit Dirigent Peter Frey vorgenommen: In der Odenwaldhalle in Lohrbach boten sie am Samstagabend unter dem Motto "Frühlingsgefühle im BigBand-Sound" in einem mehr als zweistündigen Programm Musik aus unterschiedlichen Stilrichtungen und zeigten damit die große Bandbreite ihres Könnens. Mit von der Partie waren auch Tamara Kühner und Daniel Frey, die mit ihren jungen, temperamentvollen Stimmen zum Gelingen des Abends ganz wesentlich beitrugen.

Die TBL BigBand ist 1999 aus dem Tanz- und Blasorchester Lohrbach hervorgegangen, welches als echter Traditionsverein bereits damals eine Institution in der Region war. Dirigent Peter Frey, der auch selbst ein ausgezeichneter Jazztrompeter ist, hat dem Orchester mit dem neuen Namen auch einen modernen Sound gegeben und das Repertoire seitdem in viele Richtungen erweitert. Er kann sich dabei nicht nur auf das Können seiner Musiker verlassen, sondern offensichtlich auch auf einen guten Zusammenhalt in der Truppe und einen tollen Nachwuchs, denn die Altersmischung von ca. 20 bis über 80 Jahre ist ebenso beeindruckend wie der starke Sound und die technische Versiertheit dieser Formation. In seinen Ansagen zum Programm schien der bescheiden auftretende Peter Frey manchmal ein wenig tief zu stapeln, was sein Zutrauen in die Bewältigung der teils recht komplexen Arrangements anging. Die BigBand zeigte sich aber vom ersten bis zum letzten Ton bestens präpariert und konditionsstark, spielte sauber und präzise, mit Schwung und vielen tollen Soli, bei denen fast jeder zum Zug kam.

Das Programm war ein gut zusammengestellter Mix aus BigBand-Klassikern wie "Hay Burner" von Count Basie (arr. Sammy Nestico), "Bye Bye Love" (1957) von den Everly Brothers oder "Water Melon Man" (1962) von Herbie Hancock, bekannten Swing-Titeln von Glenn Miller, Duke Ellington und Benny Goodman, gewürzt mit legendären Pop-Songs von Paul McCartney, Frank Sinatra, Billy Joel, Michael Bublé und Robbie Williams.

Für die Songs und auch für einen hinreißenden Ausflug in ein ganz anderes Genre – das Musical – standen der BigBand diesmal zwei junge Sänger zur Seite. Tamara Kühner begeisterte mit ihrer kraftvollen, geschmeidigen Stimme in "Can you feel the love tonight" aus "König der Löwen", das definitiv zu den Höhepunkten des Abends zählte. Ihre Stimme ist so natürlich und ausdrucksstark, dass es den üppigen Hall gar nicht gebraucht hätte, der über die Soundanlage zugefüttert wurde. Auch im Duett mit Tenor Daniel Frey machte sie eine ganz prächtige Figur; gemeinsam sangen die beiden "Someone like you" aus "Flash Dance" und "Bei mir biste schön", einen jiddischen Schlager aus den 1930er Jahren. Daniel Frey, der bereits häufiger mit BigBands aufgetreten ist, punktete mit seinem hohen Tenor vor allem in "Beyond the sea" von Robbie Williams und in "Music was my first love" von John Miles. Mit dem wunderschönen Song "You raise me up" von der Gruppe Westlife ging das Frühlingskonzert der TBL BigBand zu Ende, dessen Erlös als Spende dem Ambulanten Kinderhospizdienst des NOK zugute kommen wird.

Natürlich ließ das begeisterte Publikum die Musiker nicht ohne Zugaben gehen: mit ihrem fesselnden Solo im Benny-Goodman-Klassiker "Sing sing sing" sorgten die beiden hervorragenden Perkussionisten Marvin Keil und René Macheleidt für stehende Ovationen. "It don’t mean a thing" von Duke Ellington schloss dann den Kreis zurück zu den Anfängen der Band, denn sie wurde vor elf Jahren aus der Taufe gehoben – mit eben diesem legendären Swing-Titel. Ein schöner Erfolg für die Band, gute Musik für einen guten Zweck, was will man mehr!

© Rhein Neckar Zeitung - 31. März 2011

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